Herzlich Willkommen in Russland?!

31.05.2018

Russland verspricht den Gästen der Fussball-Weltmeisterschaft Gastfreundschaft – in Wahrheit sind aber viele Menschen in diesem Land unerwünscht.

Möchten Sie gerne einen Spaziergang in Moskau unternehmen oder in St. Petersburg Sightseeing machen?

  • Am 5. Mai 2018 wurden über 1’500 Personen in russischen Städten (davon 700 in Moskau und 200 in St. Petersburg) angegriffen, geschlagen und verhaftet – einzig und alleine, weil sie dort waren, als die Opposition gegen die 4. Amtszeit von Putins nicht enden wollender Präsidentschaft protestierte.

Denken Sie, dass alle Menschen gleichwertig sind, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrem Geschlecht, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung?

  • Frauen in Russland dürfen 465 Berufe nicht ausüben; es gibt kein Gesetz gegen häusliche Gewalt, kein Gesetz zur Gleichstellung der Geschlechter. Die meisten Frauen werden schlechter bezahlt als Männer, sind nicht in der Politik tätig und haben keine Mittel, um sich gegen die Diskriminierung im privaten und öffentlichen Leben zur Wehr zu setzen.
  • Am 1. Mai 2018 wurden LGBTI-Aktivistinnen verhaftet, weil sie auf einer öffentlichen Demonstration Regenbohnenfahnen gezeigt haben. Dutzende Personen wurden in den letzten 5 Jahren wegen der «Propaganda von nicht-traditionellen Beziehungen» verurteilt (seit 20013 in Russland gesetzlich verboten).
  • Organisationen der Zeugen Jehovas wurden verboten und viele Mitglieder alleine aufgrund ihres Glaubens zu Haftstrafen verurteilt. Beim letzten Fall in Wladiwostok filmte der FSB Menschen beim Gebet, worauf ein Strafverfahren eröffnet wurde – unter anderem gegen eine 83-jährige alte Frau.
  • Seit der Krim-Annexion leiden die Krimtartarinnen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Religion, Staatszugehörigkeit (viele von ihnen wollen ihre ukrainischen Pässe nicht aufgeben) und ihrer Identität als Krim-Eingeborene unter verschiedenen Formen der Diskriminierung.
  • Rassismus und Intoleranz sind ständige Bedrohungen für diejenigen, die anders aussehen als ethnische Russinnen – hunderte schwerer Hassverbrechen gegen Asiatinnen, Afrikanerinnen, Roma und andere wurden registriert.

Lehnen Sie Folter und unmenschliche Bedingungen ab?

  • Junge, kritisch gesinnte Menschen wurden 2018 in Penza, St. Petersburg und Moskau verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, eine Revolution geplant zu haben und sie wurden schwer gefoltert. Menschenrechtsaktivistinnen, die ihre Stimme gegen Folter und politische Strafverfolgung erhoben, werden von den staatlichen kontrollierten Medien erniedrigt. Alle unabhängigen Menschenrechtsorganisationen werden in Russland als «ausländische Agentinnen» bezeichnet und mit Repression konfrontiert. Viele davon mussten ihre Aktivitäten aufgeben oder das Land verlassen.
  • In den Haftanstalten für Ausländerinnen in Russland verbringen Tausende von Migrantinnen viele Monate (manchmal Jahre) unter unmenschlichen Bedingungen. Mehr als hunderttausend in Russland lebende Staatenlose könnten, aus keinem anderen Grund als der fehlenden Staatsbürgerschaft eines Landes, unbegrenzt inhaftiert zu werden.

Denken Sie, dass ein Held russisch, jung und männlich sein muss?

Dann könnte Ihnen die offizielle Präsentation der Weltmeisterschaft 2018 gefallen.

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